Cyber-Schäden begrenzen: Was der Allianz-Bericht 2025 zeigt
Eine gute IT-Sicherheit und ein vorbereiteter Notfallablauf können helfen, die Folgen eines Cyberangriffs zu begrenzen. Eine Cyberversicherung kann diese Vorbereitung ergänzen. Sie verhindert jedoch keinen Angriff und macht ein Unternehmen nicht automatisch zu einem uninteressanten Ziel.
Der Allianz-Bericht „Cyber security resilience 2025“ zeigt, warum sich diese Unterscheidung lohnt. Seine Daten sind eine Auswertung bestimmter Schäden aus dem Versicherungsbestand. Sie beschreiben nicht die Angriffswahrscheinlichkeit jedes einzelnen Unternehmens.
Weniger schwere Schäden sind ein anderes Ergebnis als weniger Angriffe
Für das erste Halbjahr 2025 meldet Allianz Commercial eine um mehr als die Hälfte gesunkene Schadenschwere und rund 30 Prozent weniger Großschäden über einer Million Euro. Die Häufigkeit der Schadenmeldungen insgesamt lag dagegen ungefähr auf Vorjahresniveau.
Für dich ist deshalb die praktische Frage entscheidend: Wie früh erkennt dein Unternehmen einen Vorfall und wie schnell können die zuständigen Personen handeln? Dazu gehören klare Verantwortlichkeiten, erreichbare IT-Fachleute und ein Notfallplan, der auch ohne funktionierendes Firmennetz verfügbar ist.
Ransomware betrifft auch kleinere Unternehmen
Der Verizon DBIR 2025 nennt Ransomware in 88 Prozent der untersuchten Datenverletzungen kleinerer Unternehmen, gegenüber 39 Prozent bei größeren Unternehmen. „Kleiner“ bedeutet in dieser Auswertung weniger als 1.000 Beschäftigte. Das ist keine allgemeine deutsche KMU-Definition und keine Aussage, dass 88 Prozent aller kleinen Unternehmen betroffen waren.
Über alle untersuchten Datenverletzungen hinweg beschreibt Verizon zudem bei etwa 60 Prozent einen menschlichen Faktor. Schulungen sind deshalb ein Baustein. Sie ersetzen jedoch weder technische Schutzmaßnahmen noch klare Zugriffsregeln.
Datenabfluss und Abhängigkeiten mitdenken
Im Allianz-Bestand entfielen im ersten Halbjahr 2025 rund 40 Prozent des Großschadenwerts auf Fälle mit Datenentwendung, nach 25 Prozent im gesamten Jahr 2024. Betriebsunterbrechungen infolge von IT-Lieferkettenereignissen machten 15 Prozent des Großschadenwerts aus.
Für deinen Notfallplan solltest du daher auch fragen: Welche Informationen könnten abgeflossen sein? Welche Anwendung eines Dienstleisters ist für den Betrieb unverzichtbar? Wer prüft mögliche gesetzliche Meldungen und wer übernimmt die Kommunikation?
Wenn du selbst IT-Leistungen für Kunden erbringst, kommen deren Abhängigkeiten hinzu. Auf meiner Seite zur Cyberversicherung für IT-Dienstleister und Systemhäuser erkläre ich, weshalb Cyber- und IT-Haftpflicht gemeinsam betrachtet werden sollten.
Was du für deinen Versicherungsvertrag daraus ableiten kannst
Prüfe, welche Unterstützung nach einem versicherten Vorfall vorgesehen ist, wie der Versicherer erreicht wird und welche Kosten vor einer Beauftragung abgestimmt werden müssen. Bei einer Unterbrechung sind außerdem die zeitliche Selbstbeteiligung, die Haftzeit und mögliche Höchstbeträge wichtig.
Der Bericht zeigt keine einfache Formel nach dem Muster „versichert gleich sicher“. Sinnvoll ist ein Zusammenspiel aus Schutzmaßnahmen, vorbereitetem Notfallablauf und einer passenden Police. Wie du den Ablauf und die Schadenmeldung vorbereitest, beschreibe ich im Artikel „Cyberangriff im Unternehmen: Was tun und wann die Cyberversicherung einschalten?“.
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Allgemeine Information, keine individuelle Deckungszusage. Maßgeblich sind der konkrete Vertrag und der Einzelfall.
Quellen und weiterführende Informationen
Stand: 17.10.2026. Die Zahlen stammen aus der Schadenauswertung eines Versicherers und aus einer internationalen Untersuchung von Datenverletzungen. Sie sagen nichts darüber aus, wie wahrscheinlich ein Angriff auf ein bestimmtes Unternehmen ist.
- Allianz Commercial: Cyber security resilience 2025, September 2025, Versichererbericht mit eigener Schadenbasis, keine allgemeine Angriffsstatistik
- Verizon: 2025 Data Breach Investigations Report, SMB Snapshot, internationale Auswertung, hier zur Größenabgrenzung, zum Ransomware-Anteil und zum menschlichen Faktor
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