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Warum gut abgesicherte Unternehmen für Hacker uninteressant werden

Der aktuelle Cyberreport von Allianz Commercial („Cyber security resilience 2025", September 2025) zeigt einen Trend, der auf den ersten Blick paradox wirkt: Unternehmen mit professioneller IT-Sicherheit und einer passenden Cyberversicherung werden für Angreifer zunehmend uninteressant. Als Versicherungsmakler mit Schwerpunkt Cyberrisiken beobachte ich diese Verschiebung seit einiger Zeit in der Praxis — der Bericht liefert jetzt die Zahlen dazu.

Drei Trends aus dem aktuellen Bericht

Gut geschützte Unternehmen werden seltener zum Ziel. Laut Allianz Commercial ist die Schadensschwere bei Großunternehmen in der ersten Jahreshälfte 2025 um mehr als 50 % gesunken, die Zahl der Großschäden über 1 Million Euro sogar um rund 30 %. Der Grund: konsequente Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen, Erkennung und Reaktionsfähigkeit machen einen erfolgreichen Angriff für Kriminelle schlicht weniger lohnenswert — sie verlagern ihre Aufmerksamkeit dorthin, wo der Widerstand geringer ist.

Ransomware bleibt die größte Einzelursache für Schäden — daran hat sich nichts geändert. Der Unterschied liegt in der Reaktion: Unternehmen mit funktionierenden Notfallplänen und Backup-Strategien begrenzen den Schaden deutlich schneller als solche ohne.

Kleinere Unternehmen rücken stärker in den Fokus. Der Verizon Data Breach Investigations Report 2025 bestätigt das aus einer anderen Richtung: Bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) waren 88 % der analysierten Datenverstöße auf Ransomware zurückzuführen, gegenüber 39 % bei Großunternehmen. Während große Firmen also resilienter werden, entsteht bei kleineren Betrieben und Praxen — die oft weder ausreichend abgesichert noch versichert sind — eine wachsende Lücke, die gezielt ausgenutzt wird.

Wohin sich die Angriffsmethoden verschieben

Neben der Zielwahl verändert sich auch, wie angegriffen wird:

  • Zugangsdaten statt Schadsoftware: Kompromittierte oder gestohlene Logins sind laut Report inzwischen der häufigste Angriffsweg — viele Angriffe kommen komplett ohne klassische Malware aus.
  • Social Engineering: Rund 60 % aller Sicherheitsverletzungen haben einen menschlichen Faktor. KI-gestützte Phishing-Mails und Deepfakes machen Täuschungsversuche heute überzeugender als noch vor wenigen Jahren.
  • Datendiebstahl statt reiner Verschlüsselung: 40 % der Großschäden in der ersten Jahreshälfte 2025 gingen auf Datenexfiltration zurück — 2024 waren es noch 25 %. Daten zu stehlen ist für Angreifer oft schneller und einfacher als sie zu verschlüsseln.
  • Lieferketten als Schwachstelle: 15 % der Großschäden entstanden über Probleme bei IT-Dienstleistern oder Software-Anbietern — ein Angriff beim Partner kann die eigene Wertschöpfung lahmlegen, ganz ohne eigenen Fehler.

Was das für dein Unternehmen bedeutet

Aus meiner Beratungspraxis bestätigt der Bericht im Kern, was ich Mandant:innen seit Jahren empfehle:

  • Prävention ist Pflicht, keine Kür. Eine Versicherung allein reicht nicht — Firewalls, regelmäßige Updates, Security Awareness und eine Backup-Strategie bleiben die Basis.
  • Versicherung und Prävention gehören zusammen. Eine gute Cyberversicherung sollte nicht erst im Schadenfall greifen, sondern idealerweise auch Risikoprüfungen und Unterstützung bei der Reaktion umfassen.
  • Gerade kleinere Unternehmen und Praxen brauchen passgenaue Lösungen — Schutz, der zur eigenen Größe und zum Budget passt, statt eines überdimensionierten Konzern-Pakets.
  • Cyberrisiken gehören auf die Agenda der Geschäftsführung. Nur so entstehen die Budgets und klaren Verantwortlichkeiten, die es für wirksamen Schutz braucht.

Erste Schritte in Richtung mehr Sicherheit

Wenn du ein kleineres oder mittleres Unternehmen führst oder darin arbeitest, lohnen sich vier Schritte:

  • Eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Cyber-Situation — Technik, Prozesse, Bewusstsein im Team.
  • Eine Beratung ohne Verkaufsdruck einholen, um die eigenen Lücken realistisch einzuschätzen.
  • Ein Vergleich aktueller Cyberversicherungsangebote — mit Blick auf Leistungsumfang, Reaktionsunterstützung und Lieferkettenrisiken, nicht nur auf den Beitrag.
  • Sofort umsetzbare kleine Maßnahmen: Schulungen, ausstehende Updates, Zugriffsbeschränkungen, eine funktionierende Backup-Lösung.

Viele Unternehmen beschäftigen sich erst nach einem Schaden ernsthaft mit dem Thema. Der aktuelle Trend zeigt aber: Wer frühzeitig handelt, wird für Versicherer attraktiv — und für Angreifer uninteressant. Wenn du wissen willst, wie eine passende Cyberversicherung für dein Unternehmen oder deine Praxis aussehen könnte, buch dir gerne ein kostenloses Erstgespräch.

Quellen: Allianz Commercial, „Cyber security resilience 2025", September 2025 · Verizon, „2025 Data Breach Investigations Report – SMB Snapshot"

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