Cyberversicherung vergleichen: Worauf du im Vertrag achten solltest
(Warum eine Cyberversicherung allein ohnehin nicht ausreicht und worauf Versicherer bei der Risikoprüfung heute selbst achten, beschreibe ich im Beitrag „Eine gute Cyber-Versicherung allein reicht nicht“.) Mein Produktcheck zu einem Tarif-Update der Baloise vom März 2025 war der Anlass für diesen Beitrag. Einzelne Tarifdetails können sich seitdem geändert haben. Für deinen Vergleich ist deshalb der heutige Vertrag entscheidend. Die folgenden Fragen helfen dir, Leistungen, Grenzen und passende Erweiterungen zu prüfen.
1. Welche externen Dienste und Ausfälle sind erfasst?
Nutzt dein Unternehmen Cloud- oder Hosting-Dienste, prüfe deren Einbeziehung im Vertrag. Auch kostenlose und kostenpflichtige Angebote können unterschiedlich behandelt werden. Entscheidend sind der versicherte Auslöser, der betroffene Dienstleister und mögliche Höchstbeträge oder zeitliche Grenzen. Eine frühere Produktmeldung ersetzt diese Prüfung nicht.
2. Passen Zahlungs- und Betrugsbausteine zu deinem Betrieb?
Kläre, welche Zahlungswege und Vermögenswerte dein Unternehmen tatsächlich nutzt. Ein manipulierter Überweisungsauftrag, ein unberechtigter Zugriff und ein Verlust von Kryptowerten sind unterschiedliche Vorgänge. Ob dafür Schutz besteht, muss einzeln anhand der Bedingungen geprüft werden. Eine allgemeine Cyberdeckung beantwortet diese Frage noch nicht.
Wie du Zahlungsfreigaben gegen gefälschte Aufträge absicherst und welche Voraussetzungen ein Betrugsbaustein haben kann, zeige ich im Beitrag über KI-Betrug bei Überweisungen.
3. Prävention und Unterstützung
Prüfe, ob Schulungen, Sicherheitsprüfungen oder andere Angebote enthalten sind und was sie kosten. Ein Rabatt allein sagt wenig über den Nutzen aus. Entscheidend ist, ob das Angebot zu den Risiken und Abläufen deines Unternehmens passt.
4. Wie wird ein Streit über die Schadenhöhe behandelt?
Sieh nach, ob der Vertrag ein Sachverständigenverfahren vorsieht. Kläre, worüber dabei entschieden wird, wie die Sachverständigen bestellt werden, wer die Kosten trägt und welche Wirkung das Ergebnis hat. Ein solches Verfahren klärt nicht automatisch jede Frage zum Versicherungsschutz.
5. Die tatsächliche Tätigkeit muss versichert sein
Prüfe, ob das Angebot zu deiner Branche, Unternehmensgröße und tatsächlichen Tätigkeit passt. Auch ausgelagerte Aufgaben und besondere Abhängigkeiten gehören in die Risikobeschreibung. Eine kurze Antragsstrecke ersetzt keine richtigen und vollständigen Angaben. (Speziell für Kanzleien habe ich das im Beitrag zur Cloud-Sicherheit bei DATEV vertieft, für Arztpraxen und MVZ im Beitrag zur Cyber-Sicherheit für Arztpraxen und MVZ.)
6. Grenzen des Versicherungsschutzes
Prüfe die konkrete Klausel zu Krieg und staatlichen Cyberangriffen. Das GDV-Muster von Februar 2024 enthält dafür unterschiedliche Voraussetzungen; es schließt nicht pauschal jeden staatlich gesteuerten Cyberangriff aus. Ein einzelner Vertrag kann anders formuliert sein. Daneben bleiben weitere Ausschlüsse und Sicherheitsanforderungen zu prüfen.
Fazit
Ein passender Vertrag muss zu deinem Betrieb und deinen Abhängigkeiten passen. Vergleiche dafür neben der Versicherungssumme auch die erfassten Ereignisse, Bedingungen und Grenzen. Ich helfe dir, die Unterschiede marktweit und verständlich einzuordnen. Buch dir ein kostenloses Erstgespräch.
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung und keine Deckungszusage. Entscheidend sind der konkrete Versicherungsvertrag und der Einzelfall.
Quelle: GDV: Musterbedingungen AVB Cyber, Stand Februar 2024, A1-17.2 Krieg und staatliche Angriffe; unverbindliches Muster des Versicherungsverbands, kein Beleg für einen konkreten Vertrag.
Zuerst erschienen als Experten-Produktcheck bei DAS INVESTMENT, „Baloise: Zeitgemäßer Cyber-Schutz für KMU", 21. März 2025. Hinweis: Die dort beschriebenen Tarifdetails der Baloise beziehen sich auf den Stand März 2025 und können sich seither geändert haben.
Zuletzt aktualisiert am .