TÜV Rheinland zertifizierter Fachberater für Cyber-Risiken

Cyberversicherung für Arztpraxen und MVZ

Patientendaten sind hochsensibel, ein IT-Ausfall kann direkt die Versorgung gefährden. Ich zeige dir, wie eine Cyberversicherung für deine Praxis, Gemeinschaftspraxis oder dein MVZ sinnvoll aufgebaut ist. Verständlich erklärt, marktweit verglichen.

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Tino Weissenrieder · Versicherungsmakler · über 25 Jahre Erfahrung

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Tino Weissenrieder

Warum Patientendaten besonderen Schutz brauchen

Gesundheitsdaten zählen nach Art. 9 DSGVO zu den „besonderen Kategorien personenbezogener Daten". Entsprechend hoch sind die Anforderungen an ihren Schutz.

Für Cyberkriminelle sind Patientendaten wertvoll. Bereits offengelegte Gesundheitsinformationen lassen sich nicht wie eine Kreditkartennummer sperren. Gleichzeitig sind Praxen und MVZ auf verfügbare IT angewiesen: Störungen des Praxisverwaltungssystems können Terminorganisation und Dokumentation beeinträchtigen und den Praxisbetrieb erheblich stören oder zum Stillstand bringen.

Ein IT-Vorfall in einer Praxis ist deshalb selten nur ein IT-Problem: Er berührt häufig zugleich Datenschutz und Patientenversorgung.

Hinzu kommt die ärztliche Schweigepflicht. Sie gilt neben dem Datenschutzrecht und wird vor allem dort wichtig, wo externe Dienstleister Einblick in Patientendaten erhalten.

Eine ausführlichere Einordnung dazu findest du in meinem Artikel „Cyber-Sicherheit in Arztpraxen und MVZ". Welche Sicherheitsfragen die elektronische Patientenakte aufwirft, beschreibe ich im Artikel „Elektronische Patientenakte: Fortschritt mit Cyber-Risiken“.

Typische Risiken im Praxisalltag

Ransomware und Ausfall des Praxisverwaltungssystems

Verschlüsselte Systeme bedeuten oft: kein Zugriff auf Termine, Dokumentation oder Abrechnung. Der Praxisbetrieb kann stillstehen.

Mögliche Deckungsbausteine je nach Tarif: Betriebsunterbrechung, IT-Forensik, Wiederherstellung

Datenschutzverletzung bei Patientendaten

Gehen Patientendaten durch eine Sicherheitsverletzung unbeabsichtigt oder unrechtmäßig verloren oder werden sie vernichtet, verändert, Unbefugten offengelegt oder zugänglich gemacht, liegt eine Datenschutzverletzung vor. Sie ist der Datenschutzaufsicht unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden zu melden, nachdem die Praxis davon erfahren hat, es sei denn, sie führt voraussichtlich nicht zu einem Risiko für die Betroffenen. Besteht voraussichtlich ein hohes Risiko, sind die betroffenen Patient:innen zusätzlich unverzüglich zu benachrichtigen, soweit keine gesetzliche Ausnahme greift. Jede Verletzung ist zu dokumentieren.

Mögliche Deckungsbausteine je nach Tarif: Haftpflicht Dritte, Rechtsberatung, Informationskosten (DSGVO)

Fehlversand von Patientendaten

Eine Patientenakte geht per Fax oder E-Mail an den falschen Empfänger. Die Ursache ist ein menschlicher Fehler, kein Hackerangriff.

Mögliche Deckungsbausteine je nach Tarif: Haftpflicht Dritte, Informationskosten (DSGVO)

Ausfall eines IT- oder Cloud-Dienstleisters

Der Anbieter der Praxissoftware wurde angegriffen. Die Praxis steht dadurch still, obwohl sie selbst nicht gehackt wurde.

Mögliche Deckungsbausteine je nach Tarif: Betriebsunterbrechung durch den Ausfall eines Dienstleisters, nur wenn der Vertrag sie einschließt

Manipulation von Zahlungsdaten

Eine gefälschte Rechnung oder manipulierte Bankverbindung lenkt eine Zahlung auf ein falsches Konto um.

Mögliche Absicherung je nach Vertrag: ein Baustein für Zahlungsbetrug oder Forderungsausfall in der Cyberversicherung oder eine gesonderte Vertrauensschadenversicherung

Diese Beispiele sind bewusst allgemein/branchentypisch gehalten, keine echten Fälle aus meiner Beratungspraxis.

Die Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Ob Meldepflichten oder Versicherungsschutz bestehen, hängt vom konkreten Vorfall und vom jeweiligen Tarif ab. Die Inhalte ersetzen keine Rechts- oder IT-Sicherheitsberatung.

Wer berät dich eigentlich?

Lerne mich kennen, bevor du einen Termin buchst. Im interaktiven Video zeige ich, wie ich bei der Cyberversicherung vorgehe und worauf ich in der Beratung achte.

Tino Weissenrieder

Tino Weissenrieder

Seit über 25 Jahren Versicherungsmakler und Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH). Als TÜV Rheinland zertifizierter Fachberater für Cyber-Risiken berate ich bundesweit Unternehmen, Praxen und MVZ zur Cyberversicherung, ohne Bindung an einen Praxis- oder Klinik-Softwareanbieter. Auf WhoFinance und Google haben mich über 900 Kundinnen und Kunden bewertet.

25+ Jahre Erfahrung 900+ Kundenbewertungen Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH)

Mehr über meine Qualifikation und Zertifizierung →

Was eine Cyberversicherung für Praxen übernehmen kann

Der genaue Umfang hängt vom Tarif ab. Ein marktweiter Vergleich ist deshalb sinnvoller als der Direktabschluss.

Wiederherstellung von IT und Daten

Kosten für IT-Forensik und die Wiederherstellung von Systemen und Patientendaten können je nach Tarif versichert sein.

Betriebsunterbrechung

Ertragsausfall bei Praxisstillstand infolge eines Cyber-Vorfalls kann versichert sein. Leistungsumfang, eine vereinbarte zeitliche Selbstbeteiligung bei der Betriebsunterbrechung und die Haftzeit als maximaler Entschädigungszeitraum richten sich nach dem Tarif.

Haftpflicht Dritte

Abwehr unberechtigter und Ausgleich berechtigter Schadenersatzansprüche, etwa von Patient:innen nach einer Datenschutzverletzung (je nach Tarif).

Cyber-Erpressung

Bei Cyber-Erpressung kann je nach Vertrag Unterstützung durch spezialisierte Krisendienstleister vorgesehen sein. Ob eine Zahlung rechtlich zulässig, mit dem Versicherer abgestimmt und vom konkreten Tarif gedeckt ist, muss im Einzelfall geprüft werden.

Benachrichtigung und Krisenkommunikation

Kosten, um Melde- und Informationspflichten gegenüber Aufsicht und Patient:innen zu prüfen und zu erfüllen, können je nach Tarif versichert sein; vertragliche Abstimmungs- oder Freigabevorgaben des Versicherers sind dabei zu beachten. Gesetzliche Melde- und Benachrichtigungsfristen sind unabhängig davon einzuhalten. Die Pflichten selbst bleiben bei der Praxis. Krisen- und PR-Beratung ist je nach Vertrag eingeschlossen oder gesondert zu vereinbaren.

Cyberversicherung, Berufshaftpflicht oder Praxisversicherung?

Mehrere Versicherungen können bei einem IT-Vorfall an unterschiedlichen Stellen eine Rolle spielen. Ein allgemeiner Überblick ohne Rechtsberatung:

Cyberversicherung

Kann abhängig vom Vertrag greifen, wenn Daten oder IT-Systeme durch einen Angriff, Schadsoftware, unberechtigten Zugriff oder eine Datenschutzverletzung beeinträchtigt werden. Im Mittelpunkt stehen eigene Kosten wie IT-Forensik und Wiederherstellung, Ertragsausfall sowie bestimmte Ansprüche Dritter.

Berufs- und Betriebshaftpflicht

Für Vertragsärztinnen, Vertragsärzte und MVZ ist ausreichender Berufshaftpflichtschutz vorgeschrieben (§ 95e SGB V). Die Haftpflicht dient der Absicherung von Schadenersatzansprüchen Dritter, etwa von Patient:innen. Je nach Vertrag gilt das auch nach Datenschutzverletzungen. Eigene Wiederherstellungs- oder Ausfallkosten gehören nicht zur reinen Haftpflichtdeckung; mögliche Zusatzbausteine sind gesondert zu prüfen.

Praxisinhalts- und Elektronikversicherung

Setzen typischerweise bei Sachschäden an Einrichtung und Geräten an, etwa durch Feuer, Leitungswasser oder Einbruch, bei der Elektronikversicherung auch durch Bedienungsfehler oder Überspannung. Zusätzliche Daten- oder Cyberbausteine können den Schutz erweitern; entscheidend sind die vereinbarten Auslöser und Leistungen. Eine sachschadenabhängige Betriebsunterbrechungsdeckung setzt einen versicherten Sachschaden voraus.

Die Verträge können sich überschneiden oder Lücken lassen. Überschneidungen sind etwa bei Ansprüchen von Patient:innen nach einer Datenpanne möglich. Entstehen durch einen IT-Ausfall Gesundheitsschäden bei Patient:innen, sollte auch die Haftpflichtdeckung geprüft werden. Erst der gemeinsame Blick auf die Verträge zeigt, ob sich Schutz überschneidet oder eine Lücke bleibt.

Was häufig nicht oder nur eingeschränkt versichert ist

  • Vorsatz und wissentliche Pflichtverletzungen: Die vorsätzliche Herbeiführung des Versicherungsfalls durch den Versicherungsnehmer ist grundsätzlich nicht versichert. Weitere Ausschlüsse für wissentliche Pflichtverletzungen richten sich nach den Vertragsbedingungen. Ob das Verhalten anderer Personen der Praxis zugerechnet wird, ist im Einzelfall zu prüfen. Ein Hackerangriff ist nicht allein deshalb ausgeschlossen, weil der Angreifer vorsätzlich handelt.
  • Behördliche Bußgelder sind Sanktionen und von Schadenersatzansprüchen zu unterscheiden. Ihre Übernahme darf nicht vorausgesetzt werden: Neben der konkreten Vertragsklausel ist die rechtliche Zulässigkeit zu prüfen. Für Schadenersatzansprüche und Rechtsverteidigungskosten gelten eigene vertragliche Regelungen.
  • Veraltete oder nicht aktualisierte Systeme: Der Vertrag kann Sicherheitsanforderungen, etwa zu Updates, als Obliegenheit vorsehen. Bei einer Verletzung richten sich die Folgen nach Vertrag und Gesetz; dabei sind unter anderem Verschulden und Ursächlichkeit zu berücksichtigen. Davon zu unterscheiden sind vereinbarte Risikoausschlüsse, deren Reichweite gesondert zu prüfen ist.
  • Ausfall durch externe Dienstleister („Contingent Business Interruption") ist nicht automatisch mitversichert; ob und in welchem Umfang er eingeschlossen ist, regelt der jeweilige Vertrag.
  • Homeoffice- und private Endgeräte (BYOD): Ob sie mitversichert sind und welche Sicherheitsanforderungen dafür gelten, hängt vom Tarif ab.

Praxistipp von Tino Weissenrieder: Obliegenheiten sind die Anforderungen, die eine Praxis nach dem Vertrag einhalten muss, um ihren Versicherungsschutz nicht zu gefährden. Gerade diese Anforderungen lohnt es sich vor Vertragsabschluss genau zu prüfen, statt erst im Schadenfall davon zu erfahren.

IT-Sicherheit: Was die KBV verlangt und was Versicherer prüfen

Eine Cyberversicherung ersetzt keine IT-Sicherheit.

Die IT-Sicherheitsrichtlinie der KBV

Für Praxen in der vertragsärztlichen Versorgung ist die IT-Sicherheitsrichtlinie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) verbindlich; neu hinzugekommene Anforderungen gelten seit dem 1. Oktober 2025. Welche Vorgaben greifen, hängt von Praxisgröße, Umfang der Datenverarbeitung und eingesetzten Systemen ab. Verlangt werden zum Beispiel:

  • eine Firewall zum Internet, aktueller Virenschutz und zeitnahe Updates; Systeme ohne Sicherheitsupdates sind auszumustern oder abgetrennt zu betreiben
  • eine regelmäßige, geschützte Datensicherung mit festgelegter Art und Zuständigkeit; ob die gesicherten Daten vollständig und nutzbar sind, sollte getestet werden
  • Einweisung und regelmäßige Schulung des Praxisteams
  • ein dokumentiertes Netz mit Netzplan sowie dokumentierte Aufgaben und Zuständigkeiten
  • schriftliche Vertraulichkeitsvereinbarungen, bevor externes Personal Zugriff auf vertrauliche Informationen erhält

Telematikinfrastruktur

Für Konnektor, Kartenterminals und Praxisausweis trägt die Praxis die datenschutzrechtliche Verantwortung für ordnungsgemäße Inbetriebnahme, Wartung und Verwendung, soweit sie über deren Einsatz mitentscheidet. Das gilt auch, wenn ein Dienstleister die Technik betreut. Für diese dezentralen TI-Komponenten in der Praxis muss sie laut Richtlinie die bei der Installation eingerichteten Administrationsdaten, etwa Passwörter, sicher aufbewahren und auch ohne ihren Dienstleister kennen. Beim TI-Gateway liegt der zentrale Konnektor beim Anbieter; die Technik vor Ort bleibt Sache der Praxis.

Externe IT-Dienstleister

Verarbeitet ein Dienstleister Patientendaten im Auftrag der Praxis, etwa für Praxisverwaltungssystem, Cloud oder Fernwartung, ist das datenschutzrechtlich vertraglich zu regeln; eine ihm bekannt gewordene Datenschutzverletzung muss er der Praxis unverzüglich melden. Unabhängig davon gilt die ärztliche Schweigepflicht: Dienstleister dürfen nur erfahren, was für ihre Aufgabe erforderlich ist, und sind zur Geheimhaltung zu verpflichten. Cloud-Dienste für Gesundheitsdaten sind nur unter weiteren gesetzlichen Voraussetzungen zulässig, unter anderem mit einem aktuellen C5-Testat oder einem gesetzlich anerkannten gleichwertigen Nachweis.

Und der Versicherer?

Versicherer prüfen die IT-Sicherheit anhand eigener Risikofragen, etwa zu Zugängen, Datensicherung, Updates oder Schutz vor Schadsoftware, je nach Versicherer auch zu Mehr-Faktor-Anmeldung oder Notfallplan. Zusätzlich enthält der Vertrag Obliegenheiten, deren Verletzung den Versicherungsschutz gefährden kann. Wer die KBV-Richtlinie umsetzt und dokumentiert, hat eine gute Grundlage, erfüllt damit aber nicht automatisch die Vorgaben eines Versicherers.

Warum eine Cyberversicherung allein nicht ausreicht, erkläre ich ausführlicher in meinem Artikel „Eine gute Cyber-Versicherung allein reicht nicht“.

So läuft die Beratung für deine Praxis ab

Kurzes Erstgespräch

Kostenlos und unverbindlich. Wir klären, wie deine Praxis oder dein MVZ aktuell aufgestellt ist.

Bedarfs- und Risikoanalyse

Welche Systeme, Daten und Prozesse in deiner Praxis besonders schützenswert sind.

Marktweiter Vergleich

Passende Tarife für Arztpraxen und MVZ am Markt vergleichen, inklusive Ausschlüsse und Obliegenheiten.

Laufende Begleitung

Auch und gerade im Schadenfall stehe ich als Makler an deiner Seite. Die ersten Schritte nach einem Angriff beschreibe ich im Artikel „Cyberangriff im Unternehmen“.

FAQ: Cyberversicherung für Arztpraxen und MVZ

Die Praxisgröße allein sagt wenig über das Risiko aus. Entscheidend ist, wie viele Patientendaten verarbeitet werden und wie abhängig der Praxisbetrieb von funktionierender IT ist. Beides trifft auch auf kleine Praxen zu. Ob und in welchem Umfang sich eine Cyberversicherung lohnt, lässt sich am besten im persönlichen Gespräch anhand der individuellen Situation einschätzen.

Eine Überprüfung zeigt, ob der Vertrag zur heutigen Praxis passt. Das Ergebnis kann auch sein, dass er passt. Wichtig sind Versicherungssumme und Begrenzungen einzelner Bausteine, Selbstbehalt sowie bei Betriebsunterbrechungen zeitliche Selbstbeteiligung und Haftzeit. Hinzu kommen die Regelungen zu externen Dienstleistern wie dem Anbieter des Praxisverwaltungssystems, die Obliegenheiten im Abgleich mit der tatsächlichen IT und Änderungen seit Vertragsschluss, die dem Versicherer gegebenenfalls mitzuteilen sind. Außerdem zählt das Zusammenspiel mit Berufshaftpflicht und Elektronikversicherung. Hilfreich sind Versicherungsschein mit Nachträgen, vollständige Bedingungen und Klauseln sowie der ausgefüllte Antrag.

Behördliche Bußgelder sind Sanktionen und von Schadenersatzansprüchen zu unterscheiden. Ihre Übernahme darf nicht vorausgesetzt werden: Neben der konkreten Vertragsklausel ist die rechtliche Zulässigkeit zu prüfen. Für Schadenersatzansprüche und Rechtsverteidigungskosten gelten eigene vertragliche Regelungen.

Hier gibt es zwei Fälle. Fällt das System beim Anbieter aus und die Praxis kann nicht arbeiten, kommt es darauf an, ob der Vertrag Betriebsunterbrechungen durch Ausfälle externer Dienstleister einschließt. Das ist nicht automatisch der Fall, auch nicht nach einem Angriff auf den Anbieter. Werden beim Anbieter Patientendaten abgegriffen oder verändert und verarbeitet er die Daten im Auftrag der Praxis, muss er ihr eine ihm bekannt gewordene Datenschutzverletzung unverzüglich melden. Die Praxis prüft ihre eigenen Melde- und Benachrichtigungspflichten.

Ein Fehlversand ist kein Hackerangriff, kann aber eine Datenschutzverletzung sein. Ob eine Meldung an die Datenschutzaufsicht nötig ist, hängt davon ab, ob voraussichtlich ein Risiko für die Betroffenen besteht. Bei Gesundheitsdaten ist das sorgfältig zu prüfen und in jedem Fall zu dokumentieren. Cyberversicherungen können auch Datenschutzverletzungen ohne Angriff erfassen. Ob das für den konkreten Fall gilt, besonders bei Papier oder Fax, hängt vom Tarif ab.

Vor Vertragsabschluss stellt der Versicherer Fragen zur IT-Sicherheit, etwa zu Datensicherung, Updates, Zugängen, Schutz vor Schadsoftware oder Schulungen. Welche Angaben er braucht und ob er zusätzlich Unterlagen anfordert, legt der jeweilige Versicherer fest. Wichtig ist, alle Fragen vollständig und zutreffend zu beantworten. Falsche Angaben können den Versicherungsschutz gefährden. Ändert sich nach Vertragsschluss etwas Wesentliches, kann eine Mitteilung an den Versicherer nötig sein. Eine gepflegte Dokumentation, wie sie die KBV-Richtlinie in Teilen verlangt, erleichtert beides.

Nein. Eine Cyberversicherung kann die finanziellen Folgen eines Vorfalls im vereinbarten Umfang abfedern, ersetzt aber keine Datenschutz- und IT-Sicherheitspflichten. Für Vertragsarztpraxen gehört dazu insbesondere die IT-Sicherheitsrichtlinie der KBV. Beides greift am besten zusammen: Technische und organisatorische Maßnahmen senken das Risiko, die Versicherung sichert je nach Vertrag einen Teil dessen ab, was trotzdem passieren kann.

Quellen und weiterführende Informationen

Diese Quellen belegen die rechtlichen und fachlichen Einordnungen auf dieser Seite. Über den Leistungsumfang eines konkreten Versicherungsvertrags sagen sie nichts aus. Maßgeblich sind der jeweilige Vertrag mit Versicherungsschein, Bedingungen, Klauseln und Nachträgen sowie die anwendbaren gesetzlichen Vorschriften.

Bewertungen meiner Beratung

Öffentliche Bewertungen der Beratung von Tino Weissenrieder auf zwei externen Portalen. Sie stammen aus allen Beratungsbereichen und nicht ausschließlich von Arztpraxen.

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